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Posts mit dem Label "Natur und Jahreszeiten" werden angezeigt.

Krätze zuhause

  Krätze zuhause Baum an Baum und Busch an Busch, blätterdunkel, Duck und Husch. Hier will ich zuhause sein, igelrund und beerenklein. Laub und Wurzeln, feuchter Moder: Schönster Schlafplatz für mich - oder Festmahl, ach, du guter Dreck. Hier will ich nie wieder weg. Knack und Knister, rascheltief, kleine Mäuse quietschen schief. Krähen krächzen, halten Wacht, Schlaf gut, Krätze, gute Nacht. Morgenmund macht Schmatz und Sabber, Nuss und Käfer, Knack und Knabber. Erst nach einem guten Mampf, regt sich alles, Wusel, Stampf. Liebe Erde, dichter Wald, schütz die Wesen, jung und alt. Alles ist im Gleichgewicht, wehe dem, der damit bricht. Denn dann werd ich brüllen, fetzen, Zähne knirschen, Klauen wetzen. Bis ihr Blut zu Boden rinnt und wir wieder sicher sind. gewidmet der Gnom-Druidin Sassadarya Talitha Magnolia Primbella Donna Lisianthus alias Krätze von  Dullis & Dragons .  © Wankelmut (Christian Glade) | Nov 2023

Windflüstern

Windflüstern     Ein wilder Wind spielt zwischen weiten Baumspitzen, sein weißes Rauschen tost beim Auf- und Absteigen. Er zupft von Ästen Blätter, tobt und kappt Zweigen den Halt und so nun auch sich selbst beim Dasitzen. Doch langsam wird sein Fallen zum Hinabgleiten, als sich dem Wind des Waldes Wunder ausbreiten.   Dies ist kein Ort und keine Zeit für Windwüten. Hier ruht auf ewigweichem Moos das Urleben und feiste Schatten hängen in den Spinnweben. Da liegt ein Flüstern unter allen Pilzhüten. Der Wind versteht kaum und entreißt im Aufsteh’n das Flüstern jedem Pilz. Der Wald muss einseh’n:   Er seufzt und lässt den Wind das Flüstern forttragen. Der flieht - dass niemals mehr ein Wald ihn einfängt - auf tausend Wegen, bis der letzte einlenkt. Da stehen Pfähle. Wie sie endlos hochragen, so spitz geschlagen, dass nichts Fremdes einkehrt, und - wie nun Wind und Flüstern - selbst sich aufzehrt.   Was sind die beiden? Flüstern nicht und nicht Wind, ein Abschiedswo...

Osterblumen

  Wenn sich die Blume der Passion im Griff des Winters windet  und Raureif sich in Perlen an die Dornenkrone schnürt,  hat Frost längst gegen alles Grüne einen Kampf geschürt,  doch weicht er, da die Sonne nicht mehr hinter Bergen schwindet. Wenn nun das Tausendschönchen fast beschämt sein Köpfchen reckt  und seine tausend Schwestern einem roten Samttuch gleichen,  dann tanzt der Wind mit neuen Trieben zu den Glockenzeichen,  die davon künden, was schon längst in allen Gliedern steckt. Wenn Schlüsselblumen endlich ihre gelben Blüten treiben  und sie das Tor zum Garten öffnen, wo Gefühle sprießen,  dann ist es an der Zeit mit allem Alten abzuschließen  und dort, wo sich das Herz auch öffnet, immerfort zu bleiben. Februar 2008

Sturmballade

  Groß und ehern, tausend Jahren trotzend, stand die alte Eiche,  nah der Stadt mit ihren Mauern, von dämonischen Erbauern,  zitternd ob der Mutter Klage und dem elften Glockenschlage.  Dort, ein Mädchen, eine bleiche Lichtmarie, am Stamm der Eiche,  suchte in der kalten, klaren Nacht die Stele, um zu trauern. Mondumschienen hob sie bittend, betend ihre zarten Hände.  "Ob die Sterne gnädig strahlen, ob sie gütig Hoffnung malen?",  dachte sie und sah doch schweigend in das Nichts, das Haupt verneigend.  Schaudernd harrte sie der Wende, hoffte, harrte, doch das Ende  nahte wie ein Sturm, eiskalt und in verworrenen Spiralen. Finster und bedrohlich raunend thronten schwarze Sturmpaläste,  ineinander wabernd, droben, selbst zu Königen erhoben.  Blitze und das Donnergrollen, im Geleit der unheilvollen,  regenschwang'ren Himmelsfeste, drangen vor von Meer und Küste,  wo sie in die Fluten stürzten, die an die Gestade stoben. Licht...

Fall der Flora

  D ein blauer Blick erzählt von längst geträumten Träumen  a us Zeiten regen Blühens und harmonischer Natur.  S ogleich entwachsen ihm Vergissmeinnicht und säumen,  w o du auch wanderst, alle Wege durch die karge Flur. A ls Efeu sich noch fest um deinen Körper rankte,  h ast du noch voller Lebenskraft geblüht, im Licht geschwelgt.  R obust war er, doch als dein Geist im Zweifel wankte,  e ntkräften auch die Ranken und dein Innerstes verwelkt. " L ass niemals los, was einst von solcher Schönheit zeugte.  I n uns siehst du, was deine Hoffnungslosigkeit hier sät",  e ntfuhr es Lilien, deren Abbild sich dir beugte,  g efärbt in schwarzer Einsicht, die des Todes Hand verrät. T ränkst du des Übels Wurzeln, keimen falsche Samen  i n jeder Träne, die den ausgedörrten Boden tränkt.  M it ihnen gabst du Trauerweiden ihren Namen;  s o folgsam haben sie ihr schweres Haupt vor dir gesenkt. A m Ende bleibt, wenn alle Wunder sich verlie...

Winteremotionen

  Wenn im Kamin das Feuer vom Vergang'nen spricht  und seine Flammen züngelnd nun mein Herz erobern,  lässt es Geborgenheit und Leidenschaften lodern,  in denen jede Wand aus Eis in mir zerbricht. Wenn Glühweindüfte Wege in mein Fühlen schlagen  und zarter Atem streichelnd meine Nähe sucht,  verweht die Schwermut unterm weichen Seidentuch  und milde Stürme werde Zärtlichkeiten tragen. Wenn meine roten Wangen Schneekristalle schmelzen  und jede Perle meine Haut gar küssend kühlt,  zerfließt mein Denken und mein zitternd' Körper fühlt  das feuchte Nass und sehnt danach, in ihm zu wälzen. Wenn Mutter Erde ihre Arme offen hält  und neue Leben ihrem stöhnend' Leib entspringen,  wird ihre Lebenskraft auch meinen Geist durchdringen,  in inniger Umarmung und im Einklang mit der Welt. Dezember 2006

Ich mach's der Weihnachtsstimmung dieses Jahr nicht leicht

  Ich mach's der Weihnachtsstimmung dieses Jahr nicht leicht,          so schnell fängt sie mich nicht mit Honigkuchenherzen.                                         An den Geschäften hängen schon die Lichterkerzen,                       noch eh der erste Schnee den bleichen Grund erreicht.                      Es ist zu früh für Mandarinen und für Stollen,                             ...

Zum Weihnachtsfeste

  Der Weihnachtsbaum steht – stellvertretend auch die Zimmerpflanze -      behängt mit bunten Kugeln, Lichtern und Girlanden, stramm.                    Ein Traum von Grün und Gold und Rot vom Christstern bis zum Stamm   und drunter die Geschenke, auf dem Tisch der Weihnachtskranze.                Und jeder fällt schlagartig heute in Gemütlichkeit,                                      zieht seinen Weihnachtspulli an und schlüpft in die Pantoffel,                    und freut sich schon aufs Abendmahl – be...

Leben oder: Spaziergang

  Sonnenschein durchbricht die Nacht,  Augen öffnen sich am Morgen,  für das Neue aufgemacht,  seh'n die Welt noch ohne Sorgen. Park des Glücks bei Morgenlicht,  müde Schritte folgen Wegen.  Überall Vergissmeinnicht,  Duft von Liebe kommt entgegen. Sonne wandert himmelwärts,  Füße über Kieselstraßen.  Kleine Steine, großer Schmerz,  irgendwann wird er verblassen.  Raben rufen ihren Schatz,  es ertönt die Serenade.  Menschen geh'n zum Totenplatz  über abendrote Pfade. August 2006

Rache

  Engel singen Klagelieder,  voll Wut und Zorn, so grauenhaft.  Mit tobender Zerstörungskraft  hallen sie auf Erden wider. Engel weinen Tränenmeere,  weil die Menschen sich blind stellen.  Und es brechen Trauerwellen  nieder auf die Hemisphäre. Engel tanzen Rachetänze,  die die Welt im Mark erschüttern.  Alle Menschen soll'n erzittern,  doch sie bleiben blind in Gänze.  Selbst wenn die Welt am Abgrund steht,  leugnet jeder nur die Wahrheit  und Engel seh'n voll Bitterkeit,  dass die Natur zugrunde geht. Juli 2006

Phasen

  Der schwarze Kreis am Himmelszelt  lässt meine Gedanken fließen,  von Zeiten einer Albtraumwelt,  als Gefühle Qualen hießen.  Die leuchtende Sichel schneidet  Erinnerungen und Dunkelheit  und auf sanften Winden reitet  zurück zu mir mein Herz, befreit.  Die helle, silberne Scheibe  wie Feuer Leidenschaft entfacht.  Still ein Liebesspiel ich treibe,  in sternenklarer Vollmondnacht.  Die Scheibe bricht in Sichelstück  und neues Leben ist gesät.  Noch unbemerkt das junge Glück,  das nur ein runder Bauch verrät. Juli 2006

Frühlingsbote

  Wenn du schönzeitankündigend  über die Wiesen gleitest,  zum Frühlingszauber tanzend  mir Glücksgefühl bereitest, du frohgedankenmachend  verspielte Kreise um mich fliegst,  wie Kinder, singend, lachend,  meinen Geist in Freude wiegst, und traumstaubflügelschlagend  mich in and're Welten führst,  mit Farben alles sagend,  still und zart mein Herz berührst, und auf diese Art verzaubernd  ruhig dein Antlitz mich anlacht,  dann weiß ich stets versichernd:  der Frühling ist erwacht. Juni 2006 für F.E.

Neubeginn

  Der Tod im weißen Kleid  nach meinem Leben trachtet,  zu tausenden sich reiht,  mit kalten Hieben schlachtet. Doch ein kleines Strahlen von ihr füllt mich mit Leben.  Was ich musst' bezahlen,  kann sie mir wiedergeben. Von ihr krieg' ich genug,  um länger zu verweilen. Sie wird mit jedem Zug  an meinem Antlitz feilen.  Doch alles hat ein End',  irgendwann verlässt sie mich.  Wenn Leben sich abtrennt,  wiederholt der Kreislauf sich. Juni 2006